Ausgrabung  der versteinerten Exponate auf dem Campus der Universität Bayreuth
Die versteinerten Kieselhölzer aus der Keuper-Zeit sind ca. 200 mio. Jahre alt

Exponate der Sammlung Rossmann

Kieselhölzer aus der Keuper-ZeitDie Entdeckung der fossilen Hölzer aus dem älteren Erdmittelalter ist auch, aber eben nicht nur dem Zufall zu verdanken: Dank der Expertise Günther Rossmanns konnten die ersten Funde auf dem Universitätsgelände wissenschaftlich eingeordnet werden. So gaben sie den Anstoß für das systematische Zusammentragen weiterer Fossilien. Daraus ist schließlich eine der 10 größten Kieselholz-Sammlungen Mitteleuropas hervorgegangen, die schon bald von der heimischen Bevölkerung als „versteinerter Wald von Bayreuth“ bezeichnet wurde. Sie bietet Einblicke in die Umweltbedingungen während einer erdgeschichtlichen Periode, in der die Erde noch nicht in verschiedene Kontinente aufgeteilt war.

Die Paläobiologie kann möglicherweise bei der Untersuchung der Bayreuther Funde, die größtenteils noch auf eine detaillierte Auswertung warten, neue Pflanzenarten entdecken und überraschende Einsichten in den Verlauf der Evolution des Pflanzenreichs gewinnen. Die Paläogeographie wiederum ist in der Lage, anhand von Versteinerungen z. B. die Entstehung und die Geschichte von Flussverläufen zu rekonstruieren. So gibt es heute gute Anhaltspunkte dafür, dass es bis vor 2,5 Millionen Jahren einen Mainlauf (Moenodanuvius) gegeben hat, der sich vom Frankenwald bis zur Donau erstreckte und dessen Verlauf mithilfe von Leitgeröllen genauer nachgezeichnet werden kann.

Die Isotopen-Biogeochemie wiederum analysiert die Kohlen- und Sauerstoffisotopen der Fundstücke, um Rückschlüsse auf die zu Lebzeiten der Organismen herrschenden Umweltbedingungen zu erhalten. Vermutlich wuchsen die heutigen Kieselhölzer in einem subtropisch heiß-trockenen Klima, und bei dem „versteinerten Wald von Bayreuth“ könnte es sich um Bäume in Flussoasen oder Galeriewäldchen gehandelt haben. Derartige Hinweise auf die Entwicklung des Erdklimas sind unter dem Gesichtspunkt des aktuellen Klimawandels besonders wichtig.