Hochdruck- und Hochtemperaturforschung

 

Forschungseinrichtungen und Forschungskompetenzen:

Geogebäude

Die Bayreuther Hochdruck- und Hochtemperaturforschung ist im Bayerischen Geoinstitut (BGI) beheimatet, das seit 1984 eine Zentrale Einrichtung der Universität Bayreuth ist. Ziel der Forschung am Bayerischen Geoinstitut ist die Erkennung, Interpretation und Quantifizierung geologischer Zustände und Prozesse durch Laborexperimente, insbesondere durch die Untersuchung physikalischer und chemischer Eigenschaften von Materie unter extremen Drücken und Temperaturen. Die überwiegend geowissenschaftlich ausgerichteten Forschungsziele des Instituts überlappen mit Forschungsansätzen auf Gebieten der Festkörper-Physik, der Chemie und der Materialwissenschaften.

Die instrumentell hervorragende Ausstattung (die großvolumigen Höchstdruckpressen und die festkörperphysikalische und chemisch-analytische Ausrüstung zur Charakterisierung der Materialien sind zum Teil europaweit einmalig) gestattet neuartige methodische Entwicklungen.

Das BGI pflegt umfangreiche interdisziplinäre Forschungskooperationen innerhalb der Universität Bayreuth und weltweit. Besonders hervorzuheben sind die Kooperationen im Rahmen des „Research Infrastructures - Transnational Access (RITA)“-Programms der EU. Im RITA-Programm macht das Geoinstitut Forschern aus dem europäischen Ausland seine experimentellen und analytischen Einrichtungen zusammen mit der Expertise seiner Mitarbeiter für 300 „Wissenschaftler-Tage“ pro Jahr zugänglich. Das Geoinstitut hat zudem den Status einer „Marie Curie Training Site“ der EU für junge Wissenschaftler. Unter den Forschern des BGI finden sich Träger hochdotierter Forschungspreise (z. B. Leibniz-Preis, Sofja Kovalevskaja-Preis, Alexander von Humboldt-Preis). Das Bayerische Geoinstitut ist mit dem Internationalen Graduiertenkolleg „Structure, Reactivity and Properties of Oxide Materials“ am Elitenetzwerk Bayern beteiligt.

In Ergänzung zu den klassischen experimentellen Arbeitsrichtungen verfügt das Geoinstitut über eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Computer-Modellierung von Materialeigenschaften und Prozessen im Erdinneren beschäftigt. Eine Juniorprofessur für „Geodynamische Modellierung“ wird vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft finanziert. Ein Schwerpunkt der aktuellen Forschung liegt in der Wechselwirkung zwischen dem Erdkern, dem unteren und oberen Erdmantel sowie oberflächennahen Prozessen.