Kulturvergleich und Interkulturelle Prozesse

 

Forschungseinrichtungen und Forschungskompetenzen:

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Einige Disziplinen der Bayreuther Geisteswissenschaften (Afrikanistik, Anglophone Kulturen, Entwicklungssoziologie, Ethnologie, Religionswissenschaft, Interkulturelle Germanistik, Theater- und Medienwissenschaft) sind als vergleichende Kulturwissenschaften angelegt und haben den Kulturvergleich und interkulturelle Prozesse explizit zum Programm erhoben. Dabei geben die kulturvergleichend ausgerichteten Disziplinen den traditionellen geisteswissenschaftlichen Fächern (Anglistik, Germanistik, Geschichte, Romanistik, Soziologie) neue Impulse, während diese ihre materiale Kompetenz in die vertiefende Untersuchung der Kulturen einbringen. Die daraus resultierende erhöhte theoretische und methodische Kompetenz ermöglicht neue kulturvergleichende Studien (synchrone und diachrone, außer- und binneneuropäische Vergleiche).

Im Rahmen des von DAAD und DFG geförderten Internationalen Promotionsprogramms "Kulturbegegnungen - Cultural Encounters - Rencontres Culturelles. Interdisziplinäre Studien zu Sprache, Literatur und Medien" werden Dissertationen zu folgenden Forschungsgebieten angefertigt:

  • Theorien der Kulturbegegnung
  • Sprachliche und literarische Auswirkungen der Globalisierung
  • Interkulturelle Afrika-Studien
  • Das Eigene und das Fremde

Das Promotionsstudium bündelt und verbessert die Betreuung der Doktoranden durch Einbindung in ein klar strukturiertes Studienprogramm und ermöglicht den Abschluss der Promotion innerhalb von drei Jahren.

Die fachübergreifende Amerikaforschung an der Universität Bayreuth - künftig als "Bayreuth Institute for American Studies (BIAS)" - betreibt "Area Studies" vorrangig zu Nord- und Mittelamerika einschließlich der Karibik. Dabei beschäftigt man sich mit vergleichenden Politik- und Gesellschaftsstudien ebenso wie mit literatur-, sprach-, medien-, kultur-, rechtswissenschaftlichen und geographischen Studien unter Einschluss von Fragen der afrikanischen Diaspora. Gemeinsam mit der Graduate School "Central Europe and the English-Speaking World' werden Forschungsansätze wie "Beziehungen", "Kulturtransfer", "Perzeptionen" und "Vergleich" erschlossen. Die Beziehungen zwischen Mitteleuropa und der angelsächsischen Welt sind zugleich Gegenstand der Kooperation zwischen der Bayreuhter Fachgruppe Geschichte und der Prinz-Albert-Gesellschaft.

Ausgehend von der medialen Bedingtheit gesellschaftlicher Diskurse befassen sich die Medienwissenschaften mit der Vielfalt interkultureller Interaktionen. Zentrale Forschungsgebiete sind synchrone und diachrone Perspektiven der Intermedialität und Interkulturalität, die audiovisuelle Inszenierung von interkulturellen Geschichten und Identitäten sowie der Vergleich interkultureller Nutzungsformen neuer Medien. Die Theaterwissenschaften engagieren sich in der Erforschung außereuropäischer Theaterformen und treiben die Integration der Musiktheaterforschung in umfassende interkulturelle Zusammenhänge voran. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Forschungsinstitut für Musiktheater (FIMT). Das Fach Interkulturelle Germanistik hat seine xenologischen Forschungen über Prozesse interkulturellen Verstehens zu einem Schwerpunkt "Interkulturelle Kommunikation - interkulturelle Kompetenz" ausgebaut. Diese werden in ein internationales Netzwerk zur Erforschung von Schlüsselqualifikationen in der auswärtigen Kulturarbeit, Wirtschaftszusammenarbeit und Mediation integriert.

Im Forschungsforum "Transit" haben sich literatur- und kulturwissenschaftliche Disziplinen zusammengefunden, um Transformationsprozesse in der medialen Verarbeitung religiöser Phänomene sowie den Machtaspekt von Religion zu untersuchen. Das Forum befasst sich mit rezenten Fällen innerhalb und außerhalb der christlichen Kirchen Europas, mit abendländischen Konstruktionen des Islam und mit dem Kontakt zwischen christlichen und traditionellen Religionen in unterschiedlichen Kulturen des nordamerikanischen Südwestens.

Wissenschaftskontakte, Austauschprogramme und Projekte für den Aufbau interkultureller Studienprogramme bestehen mit mehreren europäischen und asiatischen Universitäten.