Neue Materialien

 

Forschungseinrichtungen und Forschungskompetenzen:

Das Bayreuther Konzept der Materialforschung besteht darin, neuartige Werkstoffe für die Informations-, Energie-, Verkehrs-, Fertigungs- und Medizintechnik zu entwickeln und bereits verfügbare Materialien hinsichtlich ihres Eigenschaftsprofils für verschiedene Anwendungen zu verbessern. Dabei werden Keramiken, Metalle, Polymere und Verbundwerkstoffe bearbeitet.

Die wesentlichen Merkmale des Bayreuther Konzepts gegenüber anderen Universitäten und Forschungsstellen sind:

  • seine werkstoffklassenübergreifende Betrachtungsweise
  • seine starke Interdisziplinarität zwischen Natur- und Ingenieurwissenschaften
  • das Abdecken der gesamten Forschungs- und Entwicklungskette von der Synthese neuer Materialien über die Herstellung technisch nutzbarer Werkstoffe bis hin zum Bauteil und zur Wiederverwertung
  • die Umsetzung von Ergebnissen materialwissenschaftlicher Grundlagenforschung in industrielle Anwendungen

Institutionell ist die Bayreuther Materialforschung in der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften und der Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften angesiedelt. Interdisziplinäre Kooperationen verbinden die Werkstoffwissenschaften mit den Fachgruppen Chemie, Physik, Mathematik und Biowissenschaften sowie mit dem Bayerischen Geoinstitut (BGI).

Ende 2006 wurde das Bayreuther Materialzentrum (BayMAT) als eine Zentrale Wissenschaftliche Einrichtung der Universität gegründet. Es koordiniert interdisziplinäre und fakultätsübergreifende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, initiiert durch seine Mitglieder größere Forschungsverbünde und betreibt die Umsetzung materialwissenschaftlicher Forschungsergebnisse in die Anwendung.

Weitere Einrichtungen der Materialforschung an der Universität Bayreuth sind das Bayreuther Zentrum für Kolloide und Grenzflächen (BZKG), das Bayreuther Institut für Makromolekülforschung (BIMF), die Forschungsstelle Werkstoffe und oberflächenveredelte Produkte aus Glas (WOPAG). Das (gemeinsam mit der Universität Erlangen) eingerichtete Graduiertenkolleg "Stabile und metastabile Mehrphasensysteme bei hohen Anwendungstemperaturen“ gibt der Nachwuchs-Ausbildung neue Impulse und unterstreicht die Qualität der Forschung an Hochtemperaturwerkstoffen.

Die Materialforschung der Universität Bayreuth unterhält internationale Kooperationen mit Forschungsinstituten in vielen europäischen Ländern, in den USA und im afrikanischen und asiatischen Raum. Über die anwendungsbezogene Forschung bestehen enge Beziehungen zu einer Reihe von Unternehmen der Industrie und der mittelständischen Wirtschaft.

In den nächsten Jahren werden sich die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten auf spezielle neuartige Herstellungstechniken, Verbundsysteme, poröse Materialien sowie auf Biomaterialien konzentrieren.

Mit dem Friedrich-Baur-Forschungsinstitut für Biomaterialien und dem Lehrstuhl für Biomaterialien wird auch das hochinnovative Gebiet der biokompatiblen Materialien an der Universität Bayreuth etabliert, das die Materialforschung mit der Biochemie, der Biologie und der Medizin verbindet. Zugleich besteht über die Forschervereinigung Werkstoffe e.V. eine enge Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Neue Materialien Bayreuth, die zu einer intensivierten Zusammenarbeit mit der Industrie beiträgt.